Industriemaschinen & Komponenten
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Software für Maschinen- und Anlagenbauer muss Variantenfertigung, Projektgeschäft, CE-Konformität und zunehmend Service-Geschäfts-Modelle abbilden. Deutsche Maschinenbauer (nach VDMA-Verband über 3.600 Unternehmen mit rund 1 Mio. Beschäftigten) dominieren in vielen Nischen – und brauchen dafür tief integrierte ERP-, PLM-, MES- und Service-Lösungen.
Zentrale Software-Kategorien
- ERP mit Projekt- und Varianten-Fertigung – proALPHA, Infor LN, IFS Cloud, PSIpenta, abas
- PLM / PDM – Teamcenter, Windchill, SolidEdge, Aras – CAD-Integration für SolidWorks, Inventor, NX
- CPQ / Konfigurator – Tacton, encoway, Merkarion, Combeenation – für Vertrieb komplexer Maschinen
- APS – Feinplanung bei Einzel-/Kleinserie
- MES & Leitstand – Fertigungssteuerung, Rückmeldung, OEE
- Service-Management – Wartung, Ersatzteile, Remote-Service, Mobile Field Service
- Remote-Monitoring / IIoT – Maschinendaten-Erfassung beim Kunden (OPC UA, MQTT)
CE-Konformität und Maschinenrichtlinie
Jede Maschine, die in der EU in Verkehr gebracht wird, muss die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 (ehemals Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, ab 20. Januar 2027 voll anzuwenden) erfüllen: CE-Kennzeichnung, technische Dokumentation (Risikobeurteilung nach ISO 12100, EG-Konformitätserklärung), Betriebsanleitung in der Landessprache. Für komplexe Maschinen kommen Produktsicherheit (ProdSG) und Niederspannungs- bzw. EMV-Richtlinien hinzu. Software-seitig braucht es strukturierte Dokumentations-Verwaltung und Varianten-spezifische Dokumente.
Auswahlkriterien
- Einzel- vs. Serien-Fertigung – hybride Fertigungs-Typen unterstützen
- CPQ-Tiefe – Regelwerk mit Constraints, automatische Stücklisten-Generierung
- PLM-CAD-Durchgängigkeit – Single Source für Stückliste zwischen Konstruktion und ERP
- After-Sales-Service-Module – Ersatzteil-Katalog, Wartungsverträge, Remote-Diagnose
- Mehrwerk-/Multi-Site-Fähigkeit für internationale Produktionsstandorte
Anbieter (1)
CAS Concepts and Solutions AG
Die CAS AG verbindet seit mehr als 35 Jahren strategische, prozessuale und technologische Kompetenz für den Erfolg ihrer Kunden mit Branchenfokus auf Financial Services, Industry und Retail.
Angebote (1)
Multiprojektmanagement neu gedacht: effizient & vollintegriert in SAP mit Advanced Project Management
Silber PartnerFlexible Kalkulation, grafische Teamplanung & volle Kostentransparenz
Häufige Fragen zu Industriemaschinen & Komponenten
Welches ERP für den Maschinenbau?
Stark im deutschen Maschinenbau-Mittelstand: proALPHA (führend im DACH-Maschinenbau), Infor LN (komplexe ETO-Projekte), IFS Cloud (stark im Anlagenbau, MRO), PSIpenta, abas ERP, AP+ (ams.Solution). SAP S/4HANA dominiert bei Großkonzernen (ab ca. 500 MA). Entscheidungsfaktor: Projekt-Fertigung, Varianten-Konfigurator, CAD/PLM-Integration, Multi-Site-Rollout.
Wie funktioniert die Variantenfertigung im ERP?
Zwei Ansätze: (1) Konfigurator mit Regelwerk generiert automatisch eine Einmalstücklisten pro Auftrag – skalierend bis Millionen Varianten möglich. (2) Variantenstücklisten mit Ausprägungs-Matrix – fixe Grundstruktur mit Merkmals-Varianten. Der erste Ansatz dominiert bei freikonfigurierbaren Maschinen (Sondermaschinenbau), der zweite bei modular aufgebauten Serienmaschinen mit überschaubarem Varianten-Raum.
Was leistet ein Maschinenbau-Konfigurator im Vertrieb?
Ein CPQ-/Konfigurator für den Maschinenbau unterstützt den Vertrieb bei komplexen Angeboten: technische Validierung (Konsistenz-Prüfung gegen Ingenieurs-Regelwerk), automatische Preisberechnung mit Aufschlägen für Optionen, 3D-Visualisierung der Maschine, automatische PDF-Angebote mit zugehörigen technischen Zeichnungen und Stückliste sowie ERP-Auftragsübergabe ohne Erfassungs-Doppelarbeit. Tacton CPQ und encoway dominieren im deutschen Maschinenbau.
Welche Rolle spielt PLM im Maschinenbau?
PLM ist im Maschinenbau oft wichtiger als das ERP, da die technische Komplexität (mehrere tausend Teile pro Maschine) und lange Produkt-Lebenszyklen (20+ Jahre Ersatzteil-Verfügbarkeit) das PLM zum Backbone machen. Es verwaltet CAD-Modelle, Baugruppen, Dokumente, Revisionen, Freigabe-Workflows und stellt eine einheitliche Stückliste für ERP und Fertigung bereit. Verbreitet: Teamcenter, Windchill, SolidEdge PDM, Aras Innovator.
Wie digitalisiere ich den After-Sales-Service?
Moderne Maschinenbauer generieren 30–50 % ihres Profits aus Service. Digitalisierung umfasst: Ersatzteil-Kataloge mit 3D-Navigation (Quanos, Docware, TID), Wartungsverträge und SLA-Management, Mobile Field Service mit Tablet-App (mobileX, ServiceMax, IFS FSM), Remote-Diagnose und Predictive Maintenance mit OPC UA/MQTT-Datenerfassung. Dashboards wie Siemens Insights Hub, PTC ThingWorx oder Bosch Rexroth ctrlX verbinden Maschinen im Feld mit dem Hersteller.
Was ändert sich mit der neuen Maschinenverordnung 2023/1230?
Ab dem 20. Januar 2027 gilt die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 verbindlich und löst die alte Maschinenrichtlinie 2006/42/EG ab. Neuerungen: stärkerer Fokus auf Cybersecurity und autonome Funktionen (KI, Robotik), digitale Betriebsanleitungen dürfen elektronisch bereitgestellt werden (PDF, QR-Code), neue Kategorien für Hochrisiko-Maschinen mit verpflichtender Dritt-Zertifizierung, klarere Pflichten für Software-Updates und Wartungssicherheit. Hersteller sollten technische Dokumentation entsprechend anpassen.