Versorgungswirtschaft
Hier finden Sie 0 Angebote und 8 Anbieter im Bereich Versorgungswirtschaft. Vergleichen Sie Leistungen und fordern Sie direkt kostenfreie Angebote an.
Software für Energie- und Wasserversorger (EVU, Stadtwerke, Netzbetreiber) deckt die gesamte Wertschöpfung ab: Beschaffung, Erzeugung, Netzbetrieb, Messwesen, Abrechnung, Kunden-Kommunikation. Der deutsche Energiemarkt ist einer der regulatorisch dichtesten weltweit – geprägt von EnWG, EEG, MsbG, Redispatch 2.0, BNetzA-Festlegungen und seit 2025 dem Solarpaket I mit weitreichenden Marktkommunikations-Änderungen.
Software-Landkarte
- Customer Information System (CIS) / Abrechnung – Schleupen CS 3.0, Wilken NTW/ENER:GY, Kisters BelVis, Robotron GmBL, SAP IS-U / S/4HANA Utilities
- Messsystem-Betrieb (MsbG) – Smart-Meter-Rollout, Gateway-Administration, MSB-Einheit
- Marktkommunikation (MaKo) – GPKE, GeLi Gas, WiM, MPES, Smart-Metering-PKI
- Redispatch 2.0 – Prognose, Planwerte, Abrufe von Redispatch-Maßnahmen
- Netzleitsystem (NLS) / SCADA – Stromnetz-Überwachung und -Steuerung
- Asset-Management & GIS – Netz-Dokumentation, Instandhaltung
- Handels- und Portfoliomanagement – Beschaffung, Termin-/Spotmarkt, OTC, Bilanzkreis
- Forecast – Last-, Einspeise-, Preisprognosen (Photovoltaik, Wind)
Regulatorischer Rahmen
Kern: Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) mit Unbundling (Entflechtung Netz/Vertrieb), Netzzugangs-Regeln, Messwesen. Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) steuert Förderung und Direktvermarktung. Das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) regelt den Smart-Meter-Rollout (iMSys): Pflicht-Einbau für Verbraucher über 6.000 kWh/Jahr und Erzeuger über 7 kW – mit langen Verzögerungen, aber aktuell beschleunigt. Redispatch 2.0 (seit 1.10.2021) betrifft EEG-Anlagen ab 100 kW mit Planwert- und Abrufsystem. Die MaBiS 2.0 (ab 2026 angekündigt) und die BNetzA-Festlegung MaKo 2024 transformieren die Marktkommunikation tiefgreifend.
Auswahlkriterien
- Strom/Gas/Wasser/Wärme – Sparten-Abdeckung und Multi-Sparten-Abrechnung
- MaKo-Konformität – alle BK-Prozesse (GPKE, GeLi Gas, WiM, MPES, MaBiS) sicher unterstützt
- Smart-Metering-Integration – BSI-konforme SMGW-Administration und Tarif-Anwendungsfall-Logik
- EEG-/Förder-Abrechnung – Direktvermarktung, Marktprämien, PPAs
- Kunden-Self-Service – Online-Portal, Zählerstand-Meldung, Wechsel-Prozesse
- Redispatch-Fähigkeit – für Netzbetreiber und EEG-Anlagen-Betreiber
Anbieter (8)
plenum AG
itelligence Outsourcing & Services GmbH
Detect Value GmbH
mgm consulting partners GmbH
Information Services Group Germany GmbH
SMP AG
itelligence AG
best-blu consulting with energy GmbH
Häufige Fragen zu Versorgungswirtschaft
Welche Abrechnungs-Software ist bei Stadtwerken verbreitet?
Marktführend bei deutschen Stadtwerken und EVUs: Schleupen CS 3.0, Wilken ENER:GY, Kisters BelVis, SAP IS-U / S/4HANA Utilities, Robotron GmBL, CursorSW, powercloud (Cloud-native, wachsend). Auswahlkriterien: Größe (kleine Stadtwerke ab 20.000 Kunden vs. große Energiekonzerne), Sparten-Kombinationen, Cloud- vs. On-Premise-Strategie, Anbindung an MsbG-Infrastruktur und Marktkommunikations-Durchgängigkeit.
Was ist der Smart-Meter-Rollout und wer ist betroffen?
Der Smart-Meter-Rollout nach MsbG ersetzt klassische mechanische Stromzähler durch intelligente Messsysteme (iMSys): moderner Zähler plus Smart-Meter-Gateway (SMGW), das BSI-zertifiziert kommuniziert. Pflicht-Einbau: Letztverbraucher > 6.000 kWh/Jahr, Erzeuger > 7 kW installierter Leistung. Bis 2032 sollen alle Pflicht-Einbauten abgeschlossen sein (Gesetzesnovelle 2023 beschleunigt). BSI-zugelassene SMGW: EMH, PPC, Theben, DZG, Sagemcom.
Was ist Redispatch 2.0 und welche Software braucht es?
Redispatch 2.0 (seit 1.10.2021) bezieht EEG-Anlagen ab 100 kW in das Netzengpass-Management ein. Betroffen sind Anlagen-Betreiber, Direktvermarkter und Netzbetreiber: sie müssen Planwerte (Einspeise-Prognose) an den Netzbetreiber melden, auf Abrufe reagieren und Ausgleichszahlungen abwickeln. Software-Seite: Planwert-Manager (z. B. von CONNECT+, Hitachi Energy), Datenaustausch über CONNECT+-Plattform der Übertragungsnetzbetreiber, Prognose-Tools (Energy & Meteo Systems, enercast).
Wie funktioniert die Marktkommunikation im Energiemarkt?
Die Marktkommunikation (MaKo) regelt den elektronischen Datenaustausch zwischen allen Marktrollen (Lieferant, Netzbetreiber, Messstellenbetreiber, ÜNB, Bilanzkreisverantwortlicher) über EDIFACT-Formate nach BDEW-Spezifikationen. Prozesse: GPKE (Strom-Lieferant-Wechsel), GeLi Gas (Gas-Wechsel), WiM (Wechselprozesse im Messwesen), MPES (Messwertübermittlung), MaBiS (Bilanzkreisabrechnung). Jede Änderung der BNetzA-Festlegungen führt zu koordinierten IT-Anpassungen bei allen Marktteilnehmern – ein erheblicher Aufwand.
Was ist bei der EEG-Direktvermarktung zu beachten?
Anlagen ab einer bestimmten Größe (in 2025 typisch ab 100 kW) sind zur Direktvermarktung verpflichtet: Strom wird nicht mehr zu festen EEG-Vergütungen eingespeist, sondern am Spotmarkt verkauft. Differenz zur Marktprämie kompensiert der Netzbetreiber. Technisch erforderlich: Fernsteuerbarkeit der Anlage (zertifiziertes Einspeisemanagement), Prognose-Daten, Abrechnungs-Integration mit Direktvermarkter (BayWa r.e., Trianel, Statkraft, Next Kraftwerke, Quadra Energy).
Welche Trends prägen die Energieversorgung 2025?
Aktuelle Treiber: Solarpaket I (beschleunigte PV- und Speicher-Ausbauprozesse, Mieterstrom vereinfacht), Kraftwerks-Sicherheitsgesetz (KWSG) und Ausschreibungen für H2-ready-Gaskraftwerke, Wärmeplanung nach WPG mit Pflicht-Wärmepläne bis 2028, Dynamische Tarife nach § 40a EnWG verpflichtend seit 1.1.2025 für alle Grundversorger, ausgebauter Einsatz von KI im Netzbetrieb (Last-Prognose, Predictive Maintenance). IT-Konsequenzen: Systeme müssen Viertelstunden-Preise, flexible Tarife, steuerbare Verbrauchseinrichtungen (§14a EnWG) und PV-Eigenverbrauch differenziert abbilden.