Hochschulen & Forschung
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Software für Hochschulen und Forschungseinrichtungen deckt drei Kernbereiche ab: Campus-Management für Studierende und Lehre, Forschungs-Informations-Systeme (FIS) für Projekt- und Publikations-Management, sowie Learning-Management-Systeme (LMS) für digitale Lehrmaterialien. Die Anforderungen werden durch Landesgesetze (Hochschulgesetze der Länder), DFG-Richtlinien und den Kerndatensatz Forschung (KDSF) geformt.
Software-Landkarte
- Campus-Management-System (CaMS) – Bewerbung, Immatrikulation, Prüfungen, Modulhandbuch, Zeugnisse
- FIS / CRIS (Current Research Information System) – Projekte, Publikationen, Kooperationen, Drittmittel
- Publikations-Management & Forschungsdaten – Open Access, Repository, DOI, Open Research Data
- LMS – Moodle, Ilias, Stud.IP, OpenOlat für digitale Lehre
- E-Prüfung & E-Portfolio – digitale Klausuren, Mahara, ExamOnline
- Hochschul-ERP – Finanz, Drittmittel-Abrechnung, Personal (oft SAP HCM)
Regulatorischer und fachlicher Rahmen
Der Kerndatensatz Forschung (KDSF), 2016 vom Wissenschaftsrat empfohlen, definiert standardisierte Kategorien und Kennzahlen für Forschungs-Reporting – zunehmend Pflicht bei Evaluationen durch Wissenschaftsrat oder DFG. Bei Drittmittel-Projekten der DFG und BMBF gelten strenge Mittel-Verwendungs-Nachweise. Die DEAL-Verträge (Projekt DEAL) mit Elsevier, Wiley und Springer haben das Open-Access-Publizieren in Deutschland transformiert – Hochschulen benötigen Workflow-Unterstützung für APC-Management.
Auswahlkriterien
- Landes- und Hochschul-Spezifika – jede Bundesland-Verordnung hat eigene Prüfungs-/Zeugnis-Regeln
- Schnittstellen – Bewerbung (hochschulstart.de), DAAD, AAA-Dienste, DFN-AAI für Shibboleth-SSO
- KDSF-Konformität für Forschungs-Reporting
- Open Access und OA-Finanzierung – APC-Workflows, DEAL-Verträge, Repository-Anbindung
- Datenschutz bei Studierenden-Daten – Art. 9 DSGVO bei Prüfungs-/Gesundheitsdaten
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IT Culture GmbH
Häufige Fragen zu Hochschulen & Forschung
Welche Campus-Management-Systeme sind in Deutschland verbreitet?
Führende Systeme: HISinOne (HIS eG, über 200 Hochschulen), CampusNet (Datenlotsen), CampusCore, SOS/QIS (klassisch, bei älteren Hochschulen im Betrieb), FlexNow (besonders in Bayern). International verbreitet: Ellucian Banner, Workday Student. Neue Hochschulen wählen meist HISinOne oder CampusNet; die Migration von Alt-Systemen ist langwierig (oft 5+ Jahre).
Was ist ein FIS und wer braucht es?
Ein Forschungs-Informations-System (FIS) verwaltet alle Forschungs-Aktivitäten einer Hochschule oder Forschungseinrichtung zentral: Projekte, Drittmittel, Publikationen, Patente, Kooperationen, Nachwuchs-Qualifikationen. Es liefert die Basis für KDSF-konformes Reporting an Wissenschaftsrat, Ministerien und in Evaluationen. Verbreitete Lösungen: Converis (Clarivate), Pure (Elsevier), VIVO (Open Source), DataCite-Plattformen.
Welche LMS sind in deutschen Hochschulen verbreitet?
Moodle dominiert (Open Source, anpassbar), gefolgt von ILIAS (starke deutsche Community), Stud.IP (Universitätsverbund) und OpenOlat. Canvas, Blackboard und Brightspace sind international stärker vertreten. Für hybride Lehre ergänzen viele Hochschulen mit BigBlueButton oder Zoom-Campus-Lizenzen. Bei der Auswahl zählen Skalierbarkeit (hohe Nutzerzahlen in Klausur-Phasen), Barrierefreiheit nach BITV und DFN-AAI-Integration.
Was ist DFN-AAI und wofür wird es verwendet?
DFN-AAI ist der Authentifizierungs- und Autorisierungs-Infrastruktur-Dienst des Deutschen Forschungsnetzes, basierend auf Shibboleth/SAML 2.0. Er ermöglicht hochschulübergreifendes Single-Sign-On für eduroam, Datenbanken, Verlags-Angebote und Forschungsinfrastrukturen. Jedes Campus-System und jede wissenschaftliche Software sollte DFN-AAI/eduGAIN-fähig sein, um hochschul-eigene Identitäten ohne Passwort-Replikation nutzen zu können.
Wie werden Open-Access-Workflows unterstützt?
Moderne FIS- und Repository-Lösungen unterstützen den DEAL-Workflow (Projekt DEAL mit Elsevier, Wiley, Springer): zentrale APC-Verrechnung, Metadaten-Abgleich, automatische Hinterlegung im institutionellen Repository. Open-Access-Monitoring-Tools (OA-Switchboard, OpenAPC, Unpaywall-Integration) liefern Kennzahlen zu OA-Quote und APC-Ausgaben. DFG-Reporting verlangt diese Kennzahlen zunehmend.
Wie ist der Datenschutz bei Prüfungs-Daten geregelt?
Prüfungs-Daten sind in Deutschland besondere Kategorien personenbezogener Daten mit hohen Schutzanforderungen. Die Datenschutzbeauftragten der Länder haben Hochschul-spezifische Hinweise veröffentlicht (insbesondere bei E-Prüfungen und Proctoring): Zweckbindung, explizite Rechtsgrundlage im Hochschulgesetz/Prüfungsordnung, Minimierung der Datenerfassung, kurze Löschfristen (oft 5 Jahre nach Exmatrikulation). Proctoring-Tools wie Proctorio werden nach einer EuGH-Entscheidung zu Schrems II besonders kritisch geprüft.