Produktentwicklung
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Software für Produktentwicklung (PLM / PDM) verwaltet alle technischen Daten eines Produkts über den gesamten Lebenszyklus – von der ersten Idee über Konstruktion, Prototyping, Freigabe, Fertigung, Service bis zum Recycling. Kern-Objekte: CAD-Modelle, Baugruppen, Stücklisten (Engineering BOM vs. Manufacturing BOM), Dokumente, Änderungsprozesse, Konfigurationen.
PLM vs. PDM
- PDM (Product Data Management) – Fokus auf CAD-Daten und Engineering-BOM, primär in der Konstruktion genutzt
- PLM (Product Lifecycle Management) – umfassend: inklusive Projekt-Management, Anforderungen, Änderungs-Management, Compliance, Service-Daten, Integration über alle Funktionen
Kernfunktionen moderner PLM-Plattformen
- CAD-Integration – SolidWorks, Inventor, NX, CATIA, Creo, Solid Edge mit Check-in/Check-out
- Stücklisten-Management – EBOM, MBOM, SBOM (Service-BOM) mit Mehrstufen und Varianten
- Änderungs-Management – ECR/ECN/ECO mit Workflow und Impact-Analyse
- Konfigurations-Management – 100%-ige Nachvollziehbarkeit: welche Revision war wann in welcher Serie
- Anforderungs-Management – Requirements-Traceability (oft RIF/ReqIF-Standard)
- Compliance & Sustainability – REACH, RoHS, Konfliktmineralien, CBAM, DPP (Digital Product Passport)
- Ersatzteil-Kataloge – 3D-basierte Kataloge für After-Sales
Digital Product Passport (DPP)
Die EU-Ökodesign-Verordnung 2024/1781 führt den Digital Product Passport ein: ab 2027 gestaffelt für Elektronik, Batterien, Textilien, Möbel. Ein DPP dokumentiert Material-Zusammensetzung, Reparatur-Anleitungen, Ersatzteil-Verfügbarkeit, Recycling-Informationen maschinenlesbar – typisch per QR-Code am Produkt. PLM-Systeme müssen DPP-Datenfelder strukturiert pflegen und automatisiert ausgeben.
Auswahlkriterien
- CAD-Ökosystem – welches CAD-Tool wird eingesetzt, Native-Plugin-Qualität
- ERP-Integration – BOM-Sync zwischen PLM und ERP (EBOM → MBOM)
- Skalierbarkeit – Einzel-Konstrukteur bis Tausende PLM-Nutzer global
- Cloud vs. On-Premise – große CAD-Dateien stellen spezifische Anforderungen
- Branchen-Spezifik – Automotive, Medizin, Luftfahrt haben eigene Standards
Anbieter (2)
ORSOFT GmbH
Human IT Service GmbH
Keine Beschreibung vorhanden
Angebote (2)
HPC-Änderungsmanagement T&C
Silber PartnerÄnderungsmanagement in der Fertigungsindustrie – mit HPC-Änderungsmanagement T&C organisatorisch fix umgesetzt
Qualitätsverbesserungen, Produkt-Updates oder Kostensenkungsprogramme: es gibt viele Anlässe, die in der Produktion zur Verwendung neuer Bauteile oder Komponenten führen. Was in der Entwicklungs- und Testphase noch handhabbar schein, bekommt spätestens in der Serienfertigung eine hohe organisatorische Dimension. Um diese zuverlässig und schnell abzuwickeln und den Überblick zu behalten, hat HPC Lösungen in SAP® entwickelt, die Sie unterstützen.
Ganzheitlicher Änderungsmanagementprozess in SAP
HPC hat für Sie ein Framework für den Änderungsmanagementprozess auf Basis von SAP Standard-Objekten aufgebaut. Dieses wird an Ihre individuelle Situation angepasst und ist damit Ihr zentrales Instrument für die Organisation und Steuerung aller Änderungsprozesse in und außerhalb von SAP. Hierin laufen alle Schritte und Aufgaben von der Idee / Antragsgenehmigung bis zur Dokumentation im After Sales zusammen. Alle mit dem Änderungsprozess verbundenen Aufgaben können aus dem Änderungsmanagementtool heraus gesteuert werden. So behält der Änderungsmanager auch die Übersicht, wenn für mehrere Änderungsprozesse gleichzeitig z.B. verschiedene Informationen aus Entwicklungsabteilung, Einkauf und Materialprüfung zusammengeführt werden. Neben dem übergeordneten Änderungsprozess stößt der Änderungsmanager auch die organisatorische Umsetzung aus dem Änderungsmanagementtool an. Beste Voraussetzungen, um den Änderungsprozess zügig zum Abschluss zu bringen.
xtMail Suite for SAP - Einkaufsbelege, Vertriebsbelege und mehr per E-Mail versenden
Silber PartnerDie xtMail Suite ist eine Komplettlösung zum E-Mail-Versand Ihrer Geschäftsdokumente direkt aus SAP. Die xtMail Suite bietet sehr flexible Konfigurationsoptionen zum Festlegen von Empfängern, zum automatischen Einfügen
Häufige Fragen zu Produktentwicklung
Welche PLM-Software ist führend?
Enterprise-Marktführer: Siemens Teamcenter (weltweit größter Marktanteil), PTC Windchill, Dassault 3DEXPERIENCE / ENOVIA, Oracle Agile PLM, SAP PLM. Flexible, modernere Alternativen: Aras Innovator (Open-Source-basiert, flexibles Lizenz-Modell), Duro PLM, Bluestreak, Propel (Salesforce-native), Arena. CAD-spezifische PDM: SolidWorks PDM, Autodesk Vault, PTC PDMLink.
Was ist der Unterschied zwischen EBOM und MBOM?
EBOM (Engineering BOM) ist die von Konstrukteuren erstellte Stückliste – logische Produkt-Struktur, wie sie funktional entsteht. MBOM (Manufacturing BOM) ist die Fertigungs-Sicht – wie wird gebaut, in welcher Reihenfolge, mit welchen Hilfsmitteln. Beispiel: EBOM enthält „Gehäuse mit integrierter Platine", MBOM ergänzt „Schrauben, Klebstoff, Verpackung". PLM verwaltet EBOM, ERP verwaltet MBOM, automatische Transformation (EBOM → MBOM) ist kritischer Integrations-Punkt.
Wie funktioniert Änderungs-Management in PLM?
Der Standard-Prozess: ECR (Engineering Change Request) – Antrag zur Änderung. ECN (Engineering Change Notice) – genehmigte Änderung mit Details. ECO (Engineering Change Order) – Umsetzungs-Anweisung für Fertigung. Jeder Schritt durchläuft Freigabe-Workflow (CAB – Change Advisory Board). Impact-Analyse zeigt, welche Baugruppen, Serien, Dokumente, Kunden von der Änderung betroffen sind. Wichtig bei sicherheitskritischen Produkten: vollständige Traceability und Rückwirkungs-Analyse.
Wie wird CAD in PLM integriert?
Integrationen erfolgen über native Plugins direkt im CAD-System (SolidWorks PDM-Add-In, Teamcenter Integration for NX, Windchill CAD Plugin). Der Konstrukteur arbeitet aus dem CAD heraus: Check-out für Bearbeitung, Check-in mit Versionierung, automatische Thumbnails, BOM-Generierung. Wichtig: Assembly-Management (Baugruppen mit hunderten Teilen), Where-Used-Analyse, Wiederverwendung (ein Teil in mehreren Baugruppen).
Was kostet eine PLM-Einführung?
Enterprise-PLM-Einführungen sind investitions-intensiv: Lizenzen ab 2.000–10.000 € pro Engineering-User (Enterprise-Tools), Cloud-PLM ab 100–300 € pro User/Monat. Implementierung: 100.000–2 Mio. € je nach Umfang, abhängig von Anpassungen, Datenmigration, CAD-Landschaft, ERP-Integration. Mittelständische PDM-Projekte (SolidWorks PDM, Autodesk Vault) sind deutlich günstiger: 30.000–200.000 €. ROI kommt meist aus verkürzten Entwicklungs-Zyklen und besserer Qualität.
Welche Rolle spielt PLM für Nachhaltigkeit?
Nachhaltigkeit wird zunehmend in PLM integriert: Material-Deklarationen (IPC-1752 für Elektronik, IMDS für Automotive), CO₂-Footprint auf Bauteil-Ebene (Life-Cycle-Assessment), Reparatur-/Recycling-Informationen für Digital Product Passport, Konfliktmineralien (CMRT), Lieferanten-Daten. Plattformen: makersite, Sphera Eco Designer, Sustaira, PLM-Integrationen von Siemens Sustainability, PTC PLM Sustainability. Treiber: CSRD, CSDDD, EU-Taxonomie, Kunden-Anforderungen.
Was ist ReqIF und warum ist es wichtig?
ReqIF (Requirements Interchange Format) ist der ISO-Standard für den Austausch von Anforderungen zwischen Unternehmen und Tools – besonders im Automotive und Luftfahrt wichtig, wo OEMs und Tier-1-Zulieferer systematisch Anforderungen transportieren müssen. Tools: IBM DOORS (DOORS Next), Polarion, Jama Connect, codeBeamer, Visure. Ziel: durchgängige Anforderungs-Traceability von Kunden-Anforderung über System-Design bis zu Tests.